Fr - 20:00 Uhr
08.11.19

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Der „Doubles“-Abend thematisiert das Verwischen der Grenzen zwischen Original und Kopie, Realität und Virtualität, Ursache und Wirkung, wie wir es im Alltag unserer medialisierten Welt täglich beobachten können. Dabei treten die Musiker in Dialog mit virtuellen Audio-/Video-Doubles, werden zum Doppelgänger des Musikerkollegen oder doppeln Bildrhythmen und -aktionen im Akustischen. Eingebettet werden die Kompositionen in eine installative Maschinerie, durch die das Publikum ein Double erhält, indem ihm der (virtuelle transformierende) Spiegel vorgehalten und Klänge der Stücke reflektiert werden.

Programm:

Michael Beil – Along for electric guitar & live av or fixed av (2010, 9’)

Simon Steen-Andersen – Difficulties Putting It into practice (prior In Her Frown) for 2 or 4 amplified performers (2007, 12’)

Sascha Lino Lemke – aKKORDeONoff für einen Pianisten, Mundharmonika, Zylinder & A/V-Elektronik (2014, 18’)

Misha Cvijovic – Penumbra für Saxophon, Schlagzeug, E-Gitarre, Klavier, Akkordeon & Kontrabass (9’)

Pierre Boulez – Dialogue de l’ombre double Adaptation für Saxophon[e] (1985, 18’)

Alexander Schubert – HELLO

Sa - 20:00 Uhr
22.02.20

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Essigfabrik
Kanalstraße 26-28
23552 Lübeck
www.essigfabrik-luebeck.de


Konzertinstallation mit Licht- und Projektionskunst (UrauffĂĽhrung)
Musik: Bnaya Halperin-Kaddari
ProjektionskĂĽnstlerin: Katrin Bethge


Der aus Israel stammende Bnaya Halperin-Kaddari arbeitet in den Grenzgebieten zwischen notierter und improvisierter, akustischer und elektronischer Musik und bezieht den Raum bewusst in seine Arbeiten mit ein. Dabei entstehen sehr spezielle aparte Klanglandschaften, die den freien Gestus des spontan Improvisierten mit gut konzipierten dramaturgischen Verläufen verbinden. Für sein Projekt „Backwords Beams“ mit dem RADAR Ensemble konzipiert er eine abendfüllende Konzertinstallation, die er dann gemeinsam mit den Musikern im Probenprozess erarbeitet.
Die „analoge“ Arbeit von Katrin Bethge mit Overhead-Projektoren und einem über die Jahre erarbeiteten schier unerschöpflichen Repertoire an Flüssigkeiten, Formen, Werkzeugen ermöglicht zum einen das improvisierende, spontane Reagieren auf die Musiker, zum anderen gerade auch das Bespielen von ungewöhnlichen Räumen.

Sa - 20:00 Uhr
06.06.20

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Essigfabrik
Kanalstraße 26-28
23552 Lübeck
www.essigfabrik-luebeck.de


Musik im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit

Access Memory! bespielt die verschiedenen Räume des Konzertorts mit Installationen, Performances, Beiträgen im Konzertformat und Filmen. Dabei kreisen die Werke aus verschiedensten Perspektiven um die Faszination der revolutionären Wende, die das Speichern und Wiedergeben von Erinnerungen mit sich gebracht hat. Der Schlagzeuger wird zum scheinbaren Showmaster des Abends in einer Audio-Video-Maschinerie, die seine Aktionen aufzeichnet und virtuelle Realitäten und Geschichten schafft und historische Aufnahmen bedeutender Persönlichkeiten erwachen über Lautsprecher zum Leben, während die Pianistin bei Peter Ablinger Stimmaufzeichnung mit rhythmischer und intonatorischer Feinheit am Instrument nachzuzeichnen sucht. Der Film „Compression Sound Art“ von Johannes Kreidler führt vor, welche gewaltigen Mengen kulturellen Erbes auf unseren Festplatten allgegenwärtig verfügbar sind. Simon Steen-Andersen überträgt die Idee des Remixes ins Instrumentale, wenn er seine Werkserie „Next To Beside Besides“ so konzipiert, dass Einzelkompositionen sowohl solo, als auch in beliebiger synchronisierter Überlagerung gespielt werden können. Bei Sascha Lino Lemke entwickelt eine mit partitur-ähnlicher Präzision programmierte Software einen elektronischen Gegenpart.
Abschließend erklingt Steve Reichs „2x5“ in einem eigenen Arrangement für Drum Set, Klavier, E-Gitarre, Akkordeon, Bass-Gitarre und elektronisches Double-Quintett, in dem Reichs jahrelange Arbeit mit minimalem Material, mit Loops und Patterns zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus erklingen vor, nach und in der Konzertpause Werke in Hörstationen, die sich mit der Reproduzierbarkeit vielfältig befassen.

Eine Kooperation von Klangrauschen und dem Theater Kiel

Mit freundlicher UnterstĂĽtzung von: Possehl Stiftung

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Pressestimmen:

»...Nahezu impressionistische Klangstrukturen von assoziativer Stärke findet er. Für den Zuhörer wurde das Erlebnis an diesem Abend durch das Mitwirken von Corinna Harfouch noch verstärkt. Sie stand auf einem Podest im Hintergrund der Bühne und sprach mit wunderbar klarer Artikulation und intensivem Sprachduktus, verstärkt nur durch wenige Gesten, über die Instrumentalisten hinweg. Zeitweise wurde eine männliche Stimme als polyphoner Konterpart hinzugefügt. Im zweiten Teil gesellte sich noch in waghalsigen Koloraturen die Vokalise des Fasans hinzu. Frauke Aulbert hatte hier ihren zweiten, faszinierenden Auftritt.

Insgesamt war das ein Konzert von tiefer Wirkung. Das Publikum erkannte das Besondere des Abends und dankte mit herzlichem Applaus für den Einsatz des präzisen Dirigenten, der stark geforderten Solisten und des Ensembles. «

(08.07.2014 - Von Arndt Voß) -> Artikel auf der NMZ-Website